Wieder einmal wird die Filmbranche bei der Gesetzgebung vergessen. Seit Anfang September bedroht ausgerechnet das neue Waffengesetz Produktionen mit strafrechtlichen Konsequenzen bei der Nutzung von weltweit etablierten Requisiten. Weil die „Bedrohungswirkung“ eines Imitats genauso hoch sei, wie die einer echten Waffe, werden Requisiten-Waffen so behandelt wie reale Waffen. Die ohnehin eher harmlosen deutschen Krimis finden wohl künftig waffenfrei statt. Ob das so beabsichtigt war, darf angezweifelt werden.

Die Absicht ist klar erkennbar und selbstverständlich legitim. Bürger sollen durch schärfere Waffengesetze noch besser geschützt werden. Dies sehen die Europäische Waffenverordnung und das neue deutsche Waffengesetz vor. Natürlich sind wir alle dankbar, dass wir hier in Deutschland flächendeckend Waffengewalt auf offener Straße nur aus dem Fernsehen kennen. Die Belange der Branche wurden dabei nicht berücksichtigt und stellen Verleiher und Produktionen vor eine große Herausforderung. Anders als bei anderen Regeln ist ein Verstoß gegen das Waffengesetz ein Straftatbestand, der Freiheitsstrafen nach sich ziehen kann und soll.

Das Aushändigen der Waffe – das heißt, jedes Mal, wenn die Waffe von einer Hand in die andere gereicht wird, z.B. vom Fundus zum Transport, vom Transport zum Requisiteur und dann vom Requisiteur zum Schauspieler – gilt nach dem Waffengesetz als Erwerb. Der Erwerber muss eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen, die weder der Fahrer, der Requisiteur noch der Schauspieler ohne weiteres nachweisen werden können. Einen Bestandsschutz gibt es für den Waffenverleih nicht. Wenn die Besetzung von Bösewichten und Kommissaren künftig nicht danach erfolgen soll, wer welche Berechtigung hat, werden die Behörden grundsätzliche Ausnahmegenehmigungen erteilen müssen. Solche Verfahren sind erwartbar, setzen aber voraussichtlich dennoch sachkundige Entleiher und ordentlich registrierte Requisitenwaffen voraus. Blickt man beispielsweise zurück auf die letzte Novellierung des Waffengesetzes, so vergingen bis zum ersten Anwendungserlass mehrere Jahre.

Die Lösung sind Spezialdienstleister wie Arena Guns mit Sondergenehmigungen für Verleiher, Schulungen für Produktionen für den Nachweis der Sachkunde, sowie Filmwaffenmeister am Set. Der Mehraufwand wird wohl bezahlt werden müssen, immerhin kostet allein die Eintragung jeder einzelnen Waffe in eine gewerbliche Waffenbesitzkarte etwa 30 Euro. „Wir bieten bereits heute ein Gesamtkonzept für Fundi, um deren Requisitenvermietung zu sichern“, sagt Arena Guns Geschäftsführer Roland Schaffner. Entsprechende Schulungen für Produzent/innen sind in Kooperation mit Forum Media ebenfalls in Planung. Wer unverbindliches Interesse an einer Beratung hat, ist eingeladen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Kontakt aufzunehmen.

Eine der ersten Anlaufstelle für jede Produktion, sollte ohnehin ein/e zertifizierter Waffenmeister/in sein. Regelmäßige Weiterbildungen und hervorragende Kontakte in die Verwaltungsbehörden ermöglichen einen reibungslosen Dreh. Von der Schießgenehmigung bis zum Coaching für das sachgerechte Handling ist so jede Produktion auf der richtigen Seite.

Bild © Ultimate Justice | International Film Partners

 

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