Trotz vereinzelter Corona-Vorfälle stabilisiert sich der TV-Produktionsmarkt zusehends und auch immer mehr Kinoproduktionen fahren wieder hoch. Eben war eine ganze Branche noch schockgefroren und erst seit wenigen Wochen gibt es Regelwerke und Rettungsstrukturen. Doch der Contenthunger und der Umsatzdruck helfen, die persönlichen und unternehmerischen Bedenken vom Tisch zu wischen. Alles also wie früher und weiter so? Viele Fragen sich, wer schneller ist: Die drohende Pleitewelle oder der nächste Boom.

Für letzteres spricht mehr als man für möglich hält. Die Sender brauchen Programm. Allen voran die öffentlich-rechtlichen. Als die stärksten Auftraggeber haben sie viele Programmstunden durch den Wegfall der sportlichen Großereignisse verloren. Ohne Inhalt gibt es keine Zuschauer. Ohne die auch keine Abonnenten. Dies wissen auch die US-amerikanischen Streaminganbieter, die daher mit ihren immer stärker werdenden lokalen Strukturen auch in Deutschland produzieren lassen. Längst steigen auch hiesige Plattformen der etablierten Sender und das wiedererstarkte Pay-TV in den Ring um Geschichten und Kreative.

Jetzt werden die Produzenten belohnt, die sich trotz eigener Existenzängste ihren produktionsabhängig Beschäftigten gegenüber fair verhalten haben. Die Fachkräfte haben sich nicht vermehrt und das Produktionsvolumen eines Jahres will im zweiten Halbjahr abgearbeitet werden. Der Kampf um Talente wird gnadenloser werden als zuvor. Das gilt in gleichem Maße für Dienstleister und Lieferanten. Loyalität ist eine erstarkte Währung.

Gerade in der Krise hat sich gezeigt, dass gut gemanagte und wirtschaftlich erfolgreiche Produzenten auch leichteren Zugang zu den unterschiedlichen Rettungsprogrammen hatten. Für einige wurde damit die Finanzierung für Neuentwicklungen der nächsten Jahre abgesichert, für 1% Zins, 2 Jahre Tilgungsfrei. Das hätte sich kaum einer träumen lassen.

Vielen unabhängigen Produktionsfirmen hingegen blieben die Finanzierungszusagen verwehrt. Zur Sicherung der Liquidität und möglicher Einschläge durch Corona-Fälle in Produktionen suchen sie die schützende Nähe der großen Unternehmensgruppen. Auch weltweit zeigt sich eine starke Konsolidierungstendenz. Vor allem der ungleiche Zugang zu Finanzierungsquellen spricht für den Zusammenschluss zu größeren Strukturen.

Großunternehmen streben nach mehr Umsatz, mehr Geschäft und diversifizierten Geschäftsfeldern. Das Interesse an schlauen und kreativen Köpfen, deren Projekten und nicht zuletzt ihren Firmen ist groß. So entsteht eine seltene win-win-Situation für Unternehmer und Konzerne.

Der stabile und nachhaltige Zugang zu Erfolgsmarken, den Top-Kreativen – den sogenannten Rainmakern – und erfolgreichen seriellen Produktionen wecken auch das Interesse von Sendern und Plattformen an Produktions- und Dienstleistungsunternehmen. Während die US-Amerikaner inzwischen längst auch Studiokapazitäten in attraktiven Regionen weltweit im Blick haben, konzentrieren sich die Deutschen auf Programm- und Format-Zauberer. Zuletzt hat RTL Studios die Leipziger 99pro Media GmbH erworben und gleichzeitig den Inhaber und Geschäftsführer als Schlüsselfigur für RTL rekrutiert.

International Film Partners begleitete auch diese Transaktion und hatte die Ehre den Verkäufer zu beraten. Als Spezialisten für Unternehmensnachfolge und Gesellschaftsverkäufe ist das Corporate Finance Team um Markus Vogelbacher und Bernie Stampfer dieser Tage hoch im Kurs.

Bild © International Film Partners

 

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